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von und mit
 Ute Lange

       rote Flecken

In einem der vielen Fachbücher von unserm Experten, hat er mir gezeigt, sind  tatsächlich 54 unter- schiedliche rote Hautveränderungen aufgeführt.
Alle können hier sicherlich nicht erklärt und beschrieben werden, aber einige wichtige doch!

Für die Betroffenen oft sehr störend und belastend, das Feuermal:

Dr. Schwaaf:
Die Mutter, die ihr Neugeborenes das erste Mal auf den Arm nimmt, sieht im Nacken einen roten Fleck, „der Storchenbiss“ oder dann das Feuermal, wenn es am Arm oder am Körper ist. Das ist eine einfache, ganz harmlose Veränderung, die dadurch bedingt ist, dass eine Vermehrung von Blutgefäßen in der Haut ist. Sie kann von Bedeutung sein, wenn diese Veränderung z.B. am Arm oder am Bein ist und die Vermehrung sehr zahlreich ist und dadurch dass Bein oder der Arm vermehrt mit Blut versorgt wird. So kann ein schnelleres und ein größeres Wachstum erfolgen, als bei der gegenüberliegenden Seite. Das ist aber nur die Ausnahme. Die meisten von diesen roten Flecken sind völlig harmlos.

Kann man etwas gegen Feuermal oder Strochenbiss unternehmen?

Dr. Schwaaf:
Inzwischen gibt es Möglichkeiten, früher war es „Gott gegeben“. Man kann diese vermehrten Gefäße, die sich normalerweise nur in den obersten Hautschichten befinden, durch Lasertherapie relativ gut reduzieren. Es hat einen recht guten kosmetischen Effekt, von den Krankenkassen wird dieses aber leider nicht übernommen.

Als nächstes hätten wir das Hämangiom oder einfacher das Blutschwämmchen, sicherlich auch vielen bekannt, aber was steckt dahinter?

Dr. Schwaaf:
Ein Blutschwämmchen ist eine Vermehrung auch von Blutgefäßen. Die eine Möglichkeit ist, dass sie wie ein Knäuel aufgerollt sind oder aber es ist ein Gefäß, das sich erweitert hat. Man kann sich vorstellen, das ist, als wenn man einen Schlauch hat, wo an einer Stelle das Material etwas weicher ist und eine Beule entsteht. Grundsätzlich sind das harmlose Geschichten, die mit zunehmendem Lebensalter auftreten. Sie können auch durch Sonne provoziert werden, da der Kollagengehalt in der Umgebung der Blutgefäße den Gegendruck nicht mehr aufrecht erhalten kann, d.h. das dann ein Blutgefäß ausbeulen kann. Hier gilt wie beim Feuermal auch, man kann es über bestimmte Behandlungen mit kosmetischen Methoden wie Laser oder Thermokoagulation .sehr gut behandeln und es lässt sich fast spurlos entfernen.
Die kleinen Flecken, die im Laufe des Lebens auftreten, am Körper oder im Gesicht, die sind völlig harmlos.

Was sind Lipome?

Dr. Schwaaf:
Lipome führen ein Eigenleben im Körper. Und zwar sind Lipome Geschwulste von Fettläppchen unter der Haut. Diese Geschwulste unterliegen nicht mehr der Regulation des Körpers, sie sind autark. Das ist das, was mit dem Eigenleben gemeint ist. Ein Lipom lässt sich z.B. nicht dadurch verkleinern, dass der Mensch unheimlich abnimmt, das Lipom behält seine Größe. Wenn es wachsen will, dann wächst es, weil es einfach eine eigene Reglung hat. Sie sind völlig harmlos, können allerdings manchmal dadurch Probleme machen, dass Sie auf irgendwelche Strukturen drücken, z.B. wenn sie am Handgelenk auf einen Nerv oder auf ein Blutgefäß drücken, aber in 99 % der Fälle sind sie harmlos. Wenn Sie kosmetisch stören, können sie auch über eine operative Entfernung verbessern oder komplett entfernen werden. Normalerweise bilden sie sich nicht neu.

Hinter erweiterten Äderchen z.B. im Gesicht, kann die Hauterkrankung Rosacea stecken:

Dr. Schwaaf:
Die Rosacea ist für viele Frauen ein sehr störendes kosmetisches Problem, vor allen Dingen, wenn es im Gesicht auftaucht. Diesen erweiterten Äderchen, gerade im Gesicht, kann eine Talgdrüsen- erkrankung zugrunde liegen. Hier wäre es auf jeden Fall erforderlich einen Dermatologen einen Blick darauf werfen zu lassen. Die Rosacea ist eine  Erkrankung, die man behandeln kann. Hinterher muss man dann sehen, wie weit sich die Äderchen wieder zurück bilden, aber man kann mit dem Laser heutzutage viel erreichen. Wichtig ist, dass die Grunderkrankung Rosacea entsprechend wegbehandelt wird.

Wer kennt nicht den hässlich juckenden Mückenstich, der sich häufig noch entzünden kann.
Auch das sind Hautveränderungen, die man nicht ignorieren sollte.

Dr. Schwaaf:
Das Immunsystem wehrt sich gegen das Gift, was das Insekt einsticht und dann entzündet sich es. Gleichzeitig kann eine Infektion erfolgen, d.h. man kann eine Entzündung bekommen durch Gift, man kann sie aber auch durch Infektion bekommen. Das sind zwei verschiedene Ursachen, die sehr ähnlich aussehen, wo man aber differenzieren muss, wie man das behandelt.
Wenn sie einen Insektenstich haben, können Sie mit einem Antiallergikum, schlimmstenfalls mit einem Cortison, die Entzündung vermindern. Kühlende Umschläge oder Essigumschläge sind auch hilfreiche Naturmittel. Die angeschnittene Zwiebel ist nach wie vor ein sehr gutes Mittel um damit leichtere Insektenstiche zu reduzieren.
Bei den infizierten Insektenstichen wird es komplizierter. Da muss man durch ein Antibiotikum, entweder von außen durch eine Salbe oder von innen durch eine Tablette nachhelfen, um diese Infektion zu bekämpfen. Beim Insektenstich kann ja auch ein Zeckenstich dahinterstecken und dann ist es zwingend notwendig eine entsprechende Untersuchung zu machen, ob eine Infektion mit den gefährlichen Borreliose-Erregern stattgefunden hat.
Nicht nur die Zecke kann die Borreliose übertragen, es gibt auch andere Insekten, wie z.B. eine blinde Fliege oder selbst Mücken (rein theoretisch) könnten die Borreliose übertragen. Deshalb muss man nicht in Panik geraten, aber man muss auf jeden Fall nachsehen lassen, wenn die Rötung ungewöhnlich groß ist oder wächst, denn dann muss man ggf. einschreiten.

Lymphomen das sind rote Flecken, die vom Immunsystem ausgehen, was muss man sich darunter vorstellen?

Dr. Schwaaf:
Wenn diese roten Flecken an bestimmten Körperstellen auftreten und eine bestimmte Farbnuance haben, kommt man auf die Idee, dass dahinter eine bösartige Erkrankung des Immunsystems stecken könnte, ein sog. Lymphomen, meistens in diesem Fall ein sog. T-Zell-Lymphom. Auch. B-Zell-Lymphome können durch rote Flecken gekennzeichnet sein, aber meistens fühlt man darunter etwas knotiges. Das ist natürlich eine ganz wichtige Differenzialdiagnose. Je früher man mit diesen roten Flecken zum Arzt geht, desto besser sind die Heilungschancen. Man kann, wenn man dieses T-Zell-Lymphome sehr frühzeitig entdeckt durch eine einfache UV-Bestrahlung diesen Krebs heilen.

Hier jetzt noch einige Hautveränderungen, die ich als Laie gar nicht zu roten Flecken gezählt hätte, aber nach Aussage unseres Fachmanns sind sie sogar ganz wichtig.

Dr. Schwaaf:
Zu den ganz wichtigen roten Flecken mit Schuppen gehören die Pilzerkrankungen. Man kann sehr leicht durch eine kleine Untersuchung herausfinden, ob es sich um einen Pilz handelt oder nicht.

Weitere rote Flecken sind die Ekzeme. Ekzeme sind Hautbarrierestörungen, extrem ausgeprägt bei den Neurodermitispatienten. Es kann sie aber bei jedem Patienten in geringerem Ausmaß geben. Mit zunehmendem Alter, wenn die Haut trockener wird, wenn sie weniger Eigenfett produziert, nehmen diese Probleme mit den Ekzemen zu. Die Ekzeme können eben so fleckförmig oder girlandenfömig, also in verschiedensten Formen und an verschiedensten Stellen auftreten.

Ein ganz wichtiger roter Fleck ist die Wundrose oder auch Blutvergiftung im Volksmund genannt, die dann irgendwann so als roter Streifen weiterlaufen kann. Es fängt meistens mit einem richtig leuchtend rotem und heißen Fleck an, manchmal schmerzhaft, manchmal nicht.

Empfehlung: Dr. Schwaaf:
Was eben wichtig ist, wenn solche roten Flecken gehäuft und wenn sie in großer Zahl auftreten oder wenn sie länger bleiben, das man unbedingt jemand aufsucht, der einem sagen kann, es ist eine harmlose oder es ist eine nicht ganz so harmlose Variante. Das ist das A und O.

 

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