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von und mit
 Ute Lange

                Hörsturz + Tinnitus

Eine Sendung vom 20.04.2005 zum Thema
Hörsutrz und Tinnitus
mit

Dr. Jürgen Blaue
Facharzt für Hals-, Nasen und Ohrenheilkunde

Hörsturz

und

Dr. Christopher Klein
Facharzt für Hals-, Nasen und Ohrenheilkunde

Tinnitus

"Wenn das Ohr schellt, schlägt die innere Uhr Alarm."

Hörsturz und Tinnitus.: Was ist was?

Was haben die beiden Erkrankungen miteinander zu tun?
Behandlungsbedürftig oder harmlos?
Besorgniserregend oder nicht?
Was kann man dagegen tun?

Diese und viel andere Fragen, werden hier auf diesen Seiten von Dr. Jürgen Blaue und Dr. Christopher Klein, beide Fachärzte für Hals- Nasen und Ohrenheilkunde aus Lübbecke, beantworten.

Ohr, lateinisch Auris.
Das Lexikon beschreibt es so: paarig angelegtes Sinnesorgan, Sitz des Gehörs und des Gleichgewichtssinns beim Menschen und bei den Wirbeltieren.

Sicherlich eines unserers wichtigsten Organe. Stellen Sie sich mal vor, wir alles müssten ohne Ohren durch die Gegend laufe, das hieße, wir könnten nichts hören, nicht das zwitschern der Vögel, nicht das Bellen des Nachbarhundes und auch nicht das Gespräch am Nachbartisch im Lokal.

Haben Sie sich schon mal ganz fest die Ohren zugehalten um das auszuprobieren? Ich finde es schrecklich, es macht mich total unsicher und ich kann mir gar nicht vorstellen, wie Gehörlose mit dieser Situation fertig werden. Natürlich gibt es die Gebärdensprache, die übrigens für mich eine richtige Kunst ist.

Aber ich glaube, wir alle möchten nicht auf unser Gehör verzichten. Deshalb klingeln auch bei den meisten von uns bei Hörsturz und Tinnitus alle Alarmglocken. Ob das wirklich erforderlich ist, wollen wir mit Hilfe von Dr. Blaue und Dr. Klein herausfinden.


Ein Hörsturz, was muss man sich darunter vorstellen?

Dr. Jürgen Blaue:
Ein Hörsturz ist eine, aus einem vollen Wohlbefinden heraus, plötzlich auftretende Funktionsbeeinträchtigung des Innenohres, die zu einem Hörverlust führt. Dieser Hörverlust kann ein unterschiedliches Ausmaß haben. Es gibt Hörstürze, die mit einem nur geringen Hörverlust einhergehen, aber es gibt auch Hörstürze, die zu einer Ertaubung führen.
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Und was versteht man unter einem Tinnitus ?

Dr. Christopher Klein:
Tinnitus ist ein Ohrgeräusch, welcher Qualität auch immer, das von dem Patienten ständig oder häufig gehört wird. Wir unterscheiden einen subjektiven von einem objektiven Tinnitus. Der objektive Tinnitus z.B. durch Strömungsgeräusche in Gefäßen oder Muskeln verursacht ist von anderen Menschen außer den Patienten zu hören, z.B. auch vom Arzt. Der subejektive Tinnitus dagegen ist eine Wahrnehmung des Patienten, der naturwissenschaftlich nur sehr begrenzt zugänglich ist.
Wir teilen 4 Grade des Tinnitus ein, also von sehr leicht, was den Patienten wenig oder gar nicht stört bis zu einem Schweregrad 4, der sehr stark ist und Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat. Außerdem teilen wir den Tinnitus ein, als akuten Tinnitus, subakuten und chronischen Tinnitus. Also direkt eintretender Tinnitus nach 3 Monaten und Tinnitus, der nach 6 Monaten immer noch bestehtTinnitus.
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Bericht eines Betroffenen:

Bei mir hat das so angefangen, dass ich hin und wieder ein Pfeifen im Ohr hatte, was mal lauter und mal leiser war. Zu anderen Zeiten konnte ich dann einfach nichts mehr hören. Die Umgebungsgeräusche waren nur noch auf dem linken Ohr zu hören und auf dem rechen habe ich gar nichts mehr oder nur ganz stark gedämpft, so als ob man sich die Handfläche auf das Ohr legt, gehört. Später ist das gleichmäßiger geworden. Ich habe festgestellt, dass ich dieses Rauschen oder Pfeifen, dann irgendwann Tag und Nacht gehört habe. Tags über ist mir das allerdings nicht immer so aufgefallen, da man arbeitet und man hört die Umgebungsgeräusche. Aber wenn ich zur Ruhe kam, wenn ich mich irgendwo hingesetzt habe um z.B. ein Buch zu lesen oder wenn ich mich ins Bett gelegt habe, unabhängig davon, ob ich auf dem Ohr gelegen haben, war dieses Rauschen da. Es war gleichmäßig.
Heute ist es so, dass ich dieses Rauschen sogar höre, wenn ich an meinem Computer im Büro sitze, dann fällt mir plötzlich auf, es rauscht.
Ich war zu einem Entspannungsseminar und ich habe danach, als ich auf dem Nachhauseweg war, vielleicht auch erst einen Tag später, darüber nachgedacht, dass ich dieses Rauschen während dieser 3 Tage Seminar nicht hatte. Ich glaube, dass das Rauschen einfach nicht da war. Nicht, dass ich so beschäftigt gewesen bin und es einfach nur nicht gehört habe. Denn in diesem Seminar ging es um Ruhe und Entspannung suchen und finden und es war in diesem Raum sehr oft sehr ruhig, weil wir uns konzentriert haben auf uns selber oder aber auf andere Dinge. Dann wäre mir normalerweise dieses Rauschen bewusst geworden. Dieses Rauschen ist aber wiedergekommen
 

Viele von Ihnen werden sich vielleicht jetzt fragen, besteht bei mir die Gefahr solche eines Hörsturzes oder aber auch eines Tinnitus.

Dr. Blaue, gibt es einen besonders gefährdeten Personenkreis?

In erster Linie eigentlich Personen, bei denen organische Erkrankungen schon Vorbestehen. Dieses Erkrankungen sind häufig Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen, dann sind weiterhin zu nennen Patienten mit Herzrhythmusstörungen und insbesondere Raucher, weil durch das Rauchen entsprechend Gefäßschäden langfristig nicht ausbleiben.


Der römische Schriftsteller Marcus Fabius Quintilianus hat einmal gesagt:

"Wer das Ohr beleidigt, dringt nicht zur Seele vor.
 

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